Bowdenzüge sind mechanisch belastete Bauteile und nutzen darum ab. Werden Bowdenzüge nicht mit der Zeit ausgewechselt, gehen sie durch die Abnutzung kaputt. Bowdenzüge werden oft in sicherheitsrelevanten Anwendungen verbaut. Zum Beispiel dienen sie als Bremszüge zur Bedienung von Bremsen, die Fahrzeuge stoppen sollen. Ein Riss des Bowdenzugs führt in diesem Fall zum Ausfall der Bremse.

 

Die meisten Bowdenzüge sind prinzipiell wartungsfrei. Das Bowdenzugseil wird bei der Herstellung für die gesamte Lebensdauer gefettet. Ein Nachfetten ist nur bei Einsätzen im Industriebereich nötig, bei denen der Bowdenzug hochfrequent also etwa ein Mal pro Sekunde bedient wird. Für diese Fälle gibt es Bowdenzüge mit Schmierkammern oder Bowdenzugölern, über die ein Schmiermittel in den Bowdenzug geführt werden kann. Versagt die Schmierung in diesem hochfrequenten Einsatzgebiet, wird die Reibung zwischen Seele und dem Führungsröhrchen des Bowdenzugs beide Bauteile zerscheuern.

 

Bei den meisten Anwendungen werden Bowdenzüge jedoch nur selten betätigt. Als Auslösemechanismus für Rettungsboote auf Kreuzfahrtschiffe werden Push-Pull-Kabel, die Variante von Bowdenzügen, die auch Druckkräfte übertragen kann, einmal jährlich zum Testen und vielleicht einmal im Notfall betätigt. Selbst eine viel betätigte Fahrradbremse wird im Tagesdurchschnitt nicht mehr als ein Mal pro Minute bedient. Bei Anwendungen mit wenigen Zyklen wird ein Bowdenzug in der Regel nicht durch die Reibung in der Bowdenzughülle zerstört.

 

Scheuert der Bowdenzug durch, ist eine Reparatur nur schwer möglich. Die Qualität der Kraftübertragung ist vor allem abhängig von möglichst geringer Reibung zwischen dem Bowdenzugseil und der Ummantelung. Eine Reparatur der Bowdenzughülle oder der Seele schafft in aller Regel eine weniger glatte Oberfläche als zuvor. Dadurch ist die Reibung in einem reparierten Bowdenzug und die Gefahr einer neuerlichen Beschädigung von Anfang an höher als in einem neuen Bowdenzug. Bei Beschädigungen der Hülle oder des Zugseils sollten diese also besser ausgetauscht werden.

 

Meistens treten Beschädigungen an Bowdenzügen allerdings an den Anschlussstellen und meistens durch eine falsche Verlegung, etwa einem Knick, auf. Die Bowdenzughülle knickt gerne direkt an der Bowdenzugkappe, mit der der Bowdenzug in der Aufnahme, etwa an der Fahrradbremse, befestigt ist. Grund für diese Beschädigung sind einerseits ein zu eng gelegter Bowdenzug und andererseits eine zu kurze Bowdenzugkappe. Reparieren kann man diesen Schaden, indem man den Bowdenzug um die abgeknickte Stelle kürzt und die Bowdenzugkappe ersetzt. Eine Verlegung in zu engen Kurven ist oft ein Hinweis auf einen zu kurzen Bowdenzug. Repariert man einen zu kurzen Bowdenzug durch weiteres Kürzen mit einer Bowdenzugzange, wird das Problem eher größer. Der Bowdenzug wird noch kürzer und kann daher nur in noch engeren Kurven verlegt werden. Ist das Zugseil des Bowdenzugs noch in Ordnung, sprich nichts gegen eine Wiederverwendung. Den zu kurzen Mantel sollte man allerdings austauschen.

 

Gerne brechen auch die Drähte der Bowdenzugseele direkt am Nippel oder der Verschraubung. Diese Beschädigungen sind entweder konstruktionsbedingt oder auf mangelnde Schmierung zurückzuführen. Eine Fahrradbremse, die das Bowdenzugseil über eine Schraube klemmt, wird der Seilzug bei jedem Bremsen an dieser Schraube ein wenig hin und her gebogen, da sich die Bremse ja auf und zu bewegt. Dadurch kommt es zu Ermüdungsbruch in den Drähten des Seils. Konstruktiv geeigneter wäre eine Aufnahme, die die Bewegung der Bremse ausgleichen kann, zum Beispiel ein Tonnennippel.

 

Bricht das Bowdenzugseil am Nippel, fehlt es oft an Schmierung und der Nippel konnte sich in seiner Halterung nicht drehen. Wenn sich der Bowdenzugnippel nicht in der Halterung drehen kann, biegt er das in ihm befestigte Seil genau wie eine Verschraubung. Das Ergebnis, der Ermüdungsbruch, ist dasselbe.

 

Eine Reparatur eines gebrochenen Zugseils ist kaum möglich. Theoretisch müsste der gebrochene Draht aus der Seillitze entfernt werden und ein neuer eingesetzt werden. Dazu müsste das Seil komplett neu verseilt werden, wozu eine Verseilmaschine benötigt wird. Auch in diesem Fall sollte wenigstens der Seilzug gegen einen Neuen ausgetauscht werden.

 

Meistens ist auf Austauschbowdenzügen schon ein Nippel aufgespritzt. Auf der anderen Seite wird der Bowdenzug oft mit einer Schraube geklemmt, so dass die Länge über die Verschraubung eingestellt werden kann. Gerade ältere Maschinen und Oldtimerfahrzeugen benötigen manchmal besondere Nippelformen und –größen, die dann angelötet werden müssen.