Am Fahrrad finden sich die allgemein bekanntesten Einsatzgebiete für Bowdenzüge. Für die Bedienung der Fahrradbremse ist der Bowdenzug um die Jahrhundertwende 1800/1900 erfunden worden und ist seitdem als Bremszug bewährt. Die zweite bekannte Anwendung sind Schaltzüge. Diese Bowdenzüge steuern Naben- und Kettenschaltung von Fahrrädern an. Auch wenn diese Anwendung jünger ist, ist sie nicht weniger verbreitet.

Beide Bowendzüge für Fahrräder sind sehr ähnliche aufgebaut. In einer schwarzen Bowdenzughülle liegt ein Seilzug. Die Hülle des Bowdenzugs wird an beiden Enden mit Endhülsen aus Blech geschützt. An diesen Endhülsen wird der Bowdenzug in Halterungen an beiden Enden – in der Regel einfache Aufnahmen, in die der Bowdenzug hineingesteckt wird – befestigt. Zwischen den beiden Enden wird der Bowdenzug am Fahrradrahmen entlang geführt. Die Fü+hrung von Bowdenzügen an Fahrrädern sind entweder am Rahmen angebrachte Ösen. Alternativ können aber auch einfach Kabelbinder genutzt werden.

Bowdenzüge werden bei Fahrrädern nur bei Handbremsen als Bremszüge eingesetzt. Der Einbau oder ein Wechsel des Schaltzugs erfolgt vom Handbremshebel zur Bremse hin. Das Ende des Bowdenzugs, das am Handhebel befestigt wird, schließt normalerweise mit einem Tonnennippel ab.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen zylindrischen Nippel, der per Zinkdruckguß auf das Zugseil aufgebracht ist. Dieser Tonnennippel wird in der Aufnahmeöffnung des Handbremshebels eingefädelt.

Zum Einbau wird der Bremshebel am besten wie beim Bremsen angezogen. So ist die Öffnung für den Tonnennippel einfacher zu erreichen. Liegt der Nippel in seiner Aufnahme kann der Seilzug durch eine Lücke des Bremshebels geführt werden, so dass der Seilzug schon in der richtigen Position liegt. Nun kann die Bowdenzughülle zum Bremshebel hingezogen werden, bis die Endhülse am Bremshebel anliegt. Meisten gibt es hier eine Stellschraube, in die die Bowdenzugkappe passt.

Jetzt kann der Bremszug bis zur Fahrradbremse geführt werden und die Endhülse auf dieser Seite in die dafür vorgesehene Aufnahme an der Bremse gesteckt werden. Dazu muss der Seilzug durch die Aufnahme gefädelt werden und so weit durchgezogen werden, dass die Bowdenzugkappe wieder anliegt. Die Bremsenseite des Bowdenzugs hat meisten keinen Nippel, sondern wird über eine Schraube an der Bremse verklemmt.

Auf die gleiche Art und Weise kann natürlich auch ein gerissener Bowdenzug im Rahmen eine Wartung gewechselt werden. Gerissene Schaltzüge können über den gleichen Weg gewechselt werden. Der Einbau ist an manchen Stellen etwas kniffliger.

Schalthebel am Fahrrad rasten bei jedem Gang ein und sind deswegen ein wenig komplexer aufgebaut. Gleichzeitig wird über einen Schaltzug weniger Kraft übertragen, weswegen man den Schalthebel kleiner auslegen kann. Durch die höhere Komplexität auf geringeren Raum, muss man ein wenig fummeln, um den Endnippel des Bowdenzugs in die Aufnahme im Schalthebel zu platzieren.

Die große Kunst beim Wechseln des Bremszugs oder des Schaltzugs am Fahrrad, ist die Einstellung der Länge des Seilzugs. Ziel ist es, dass der Hebel mit dem Bowdenzug genau die richtigen Positionen anfahren kann. Bei der Fahrradbremse sind diese Positionen Zu, um ordentlich zu bremsen, und Auf, ohne dass die Bremse an der Felge schleift. Bei der Gangschaltung müssen mehr als zwei Positionen eingestellt werden. Jeder Gang entspricht einer Position des Schalthebels.

Oft hilft es, bei einer Endposition anzufangen. Also die Bremse beim Festschrauben des Seilzugs an den Bremsbacken zudrücken oder den Schalthebel so einstellen, dass der Seilzug möglichst weit aus der Bowdenzughülle herauskommt. Trifft man diese Einstellung korrekt, kann mit den Stellschrauben die Feinjustierung vorgenommen werden. Dazu dürfen sie vor dem Einbau des Bowdenzugs nicht ganz herein gedreht sein, da sonst nicht mehr in diese Richtung reguliert werden kann.