Bowdenzüge und Push-Pull-Kabel sind Elemente der mechanischen Fernbetätigungen. Sie übertragen die Kraft, die andere Elemente erzeugen. Diese sind nicht auf mechanische Prinzipien beschränkt. Neben mechanischen Elementen kommen auch elektrische, pneumatisch und hydraulische Zylinder und Servomotoren zum Einsatz.

Mechanische Elemente an der Eingabeseite von Bowdenzügen erzeugen genau genommen keine Kraft, sondern leiten die Kraft des Benutzers in den Bowdenzug ein. Ein Hebel kann so als Mensch-Maschine-Interface der einfachsten Art bezeichnet werden. Ein Hebel besteht aus einem Griff, der mit einer oder beiden Händen bewegt werden kann. Meistens verläuft diese Bewegung rotatorisch um den Befestigungspunkt des Hebelarms herum.

Es gibt auch Handbedienungen, die keinen Hebelarm um einen Drehpunkt führen. Darunter fallen beispielsweise Schieber und Drehknöpfe. Schieber übertragen meistens relativ geringe Kräfte, wie zum Beispiel die Bedienung eines Sonnenvisiers in einem Motorradhelm per Schieber und Bowdenzug. Drehknöpfe werden oft zur Feinjustierung verwendet. Über ein Gewinde kann der Seilzug mikrometergenau eingestellt werden. Eine solche Fernbetätigung kommt unter anderem in der Medizintechnik zum Einsatz.

Eigentliche Handhebel drehen allerdings um einen Drehpunkt und verstärken die Kraft des Benutzers. Um wie viel die Kraft des Benutzers verstärkt wird, hängt vom Hebelverhältnis ab. Dieses entspricht der Entfernung der Krafteinleitung zum Drehpunkt zur Entfernung der Kraftableitung zum Drehpunkt. Ist das Hebelverhältnis positiv, wird die Kraft verstärkt und der Hub verkürzt. Ein Hebel kann also verwendet werden, damit der Benutzer des Handhebels weniger Kraft für eine Tätigkeit aufbringen muss als er es ohne Hebel müsste. Die Reduzierung des Hubs, also die Strecke die der Hebel bewegt wird, beziehungsweise die an der Ausgabeseite der Bowdenzug fährt, kann dazu genutzt werden, um Bewegungen sensibler und in kleinerem Maßstab auszuführen.

Abgesehen vom Hebelprinzip sind Handhebel sehr unterschiedlich. Bremshebel weisen in der Regel eine Art Arretierungsmöglichkeit auf. Bekannt ist die Arretierung von Handbremsen im Kfz-Bereich, die über einen Rastmechanismus angezogen und gesichert werden. Zum Lösen der Raste in der Handbremse, muss ein Knopf gedrückt werden, der den Mechanismus löst. In der Position, in der die Feststellbremse geöffnet ist, liegt der Bremshebel in seiner Ausgangsposition. Die andere Position des Bremshebels, wenn die Bremse angezogen wird, ist nicht genau definiert. Sie hängt vom Verschleißzustand der Bremse und des Bremszugs ab. Beim Anziehen des Bremshebels wird der Bremszug so weit angezogen, bis die Bremse greift. Je nach Abnutzung kann sich diese Position verändern. Der Rastmechanismus am Bremshebel erlaubt die Arretierung in verschiedenen Positionen, so dass die Bremse unabhängig vom Grad der Abnutzung immer geschlossen werden kann.

Hebel können auch zum Einstellen oder zum Regulieren von Bauteilen wie Ventilen oder klappen genutzt werden. Hierbei kommt es eher darauf an, dass der Hebel die Position, in die er gestellt worden ist, selbstständig hält. Dazu kann an vielen Hebeln, wie zum Beispiel den Stellhebeln von Magura, eine Schraube festgezogen werden, die die Reibung im Hebel erhöht. Diese Friktionshebel halten dann den Hebel und das verstellte Element, zum Beispiel eine Lüftungsklappe, in der eingestellten Position, solange die Kraft auf der Lüftungsklappe nicht größer wird als der Reibschluss im Magura Stellhebel.

Eine Anwendung für selbsthaltende Hebel sind Magura Kaltstarthebel oder Chokehebel. An ihnen wird zum Start eines Motors ein fetteres Treibstoffgemisch eingestellt. Da der Kaltstarthebel so lange in der eingestellten Position bleibt, bis man ihn wieder zurückstellt, gehört er zu den Stellhebeln oder Regulierhebeln.

Gashebel sind ebenfalls Handhebel mit Friktion. Mit ihnen kann die Drehzahl eines Motors eingestellt werden. Ein einfaches Beispiel hierfür ist der Gashebel am Rasenmäher. Aber auch viele andere Kommunal- und Nutzfahrzeuge haben Funktionen, die mit Handhebeln reguliert werden. Bei professionellen Mähmaschinen wird zum Beispiel die Schnitthöhe über einen Magura Hebel eingestellt.